Apple Watch Series 4

Lange habe ich diejenigen belächelt, die mit einer Apple Watch rumgelaufen sind um diese als Sportuhr zu nutzen. Mit der Series 4 hat Apple mich nun auch erwischt und ich mache den Selbstversuch wie praxistauglich die Applewatch für ernsthaftes Triathlontraining ist.

Warum eigentlich?

Grundsätzlich bin ich mit meiner Garmin 735xt als Trainingsuhr super zufrieden.
Auch wenn es nicht zu leugnen ist, dass eine der Kernkompetenzen des Cupertinoteams darin besteht in den Leuten mir diese „Das will ich haben Gefühl“ auszulösen, haben sich im Laufe der letzten Watchupdates dann nach und nach doch einige gute Argumente für die Apple Watch angesammelt die sich dann gepaart mit einer gewissen Neugier dazu gebracht haben den Selbstversuch Apple Watch zu starten.

Dazu zählen:
– Integration in den Apple Cosmos
– Musik/Podcast ohne Telefon
– Telefonieren ohne Telefon
– Bezahlen ohne sonstiges Zubehör
– Optik und Einsatz als Armbanduhr

Im Wesentlichen hoffe ich auf eine wesentlich smartere und schickere Uhr die ich trotzdem beim Sport nutzen kann.

Im Alltag – Smartwatch

Dass die Applewatch für einen iPhonebesitzer die beste Smartwatch ist, ist eigentlich unbestritten. Trotzdem bin ich etwas erstaunt wie viel Spaß mir die Uhr im Alltag macht.
Es sind die vielen Kleinigkeiten, die für sich genommen alles keine großen Dinge sind, die in der Summe aber wirklich toll sind und an die man sich sehr schnell gewöhnt.
Nutzt man z.B. CarPlay als Navigation im Auto und hat den Sprachassistenten aus, vibriert die Uhr rechtzeitig am Handgelenk, so dass man die Ausfahrt nicht verpasst.

Apple Pay
Einfach praktisch. Bisher wurde die Uhr von jedem Terminal akzeptiert und ich fange wirklich an meine Geldbörse zuhause zu lassen. Das ist ein echter Mehrwert. Selbst im Bargeld verliebten Deutschland schon universell einsetzbar.

Telefon und Onlinefunktion
Das iPhone nicht immer dabei haben zu müssen um erreichbar zu sein ist im Alltag und auch beim Sport angenehm. Für den Notfall für Freunde und Familie erreichbar zu sein ist mehr als ein Gimmick.

HRV Messung am Handgelenk
Die Apple Watch ist in der Lage die Herzratenvariabilität direkt am Handgelenk zu messen. Das macht Sie bei mir immer nachts um die gleiche Uhrzeit. Auch wenn ich davon ausgehe, dass die Messung sicher weniger genau ist als eine Messung mit Brustgurt ergibt sich durch die Regelmäßigkeit trotzdem ein gutes Bild des Gesundheitszustandes. Das kann man nutzen um Trends zu erkennen und sein Training zu optimieren.

Musik und Podcast
Ja gibt es auch bei anderen Uhren,….. aber eben nicht so schön in die Applewelt integriert wie bei der Watch. Nutzt man z.B. AppleMusic statt Spotify guckt man mit anderen Lösungen schnell in die Röhre.
Ich laufe nicht immer mit Stöpseln im Ohr, aber es nervt mich sehr wenn ich mein Handy dazu mitschleppen muss. Das löst die Uhr elegant.

Im Training

Hardware

Die Uhr ist Hardwaretechnisch inzwischen eigentlich über jeden Zweifel erhaben. Die Verarbeitung ist top und die verbauten Sensoren funktionieren allesamt ohne Probleme. Hier steht die Uhr Garmin & Co. um nichts mehr nach, eher im Gegenteil.

Die optische Herzfrequenzmessung hat beim Intervalltraining mit stark wechselnden Intensitäten z.T. Probleme. Das liegt aber in der Natur der Sache und ist bei der Konkurrenz nicht anders. Dafür kann die Uhr die Herzfrequenz beim Schwimmen zuverlässig messen.

Einziger Kritikpunkt ist die Akkulaufzeit. Im Schnitt muss ich die Uhr alle 1,5 Tage laden (inkl. Trainingszeit) Trotzdem ist klar, dass sehr lange Trainingseinheiten damit nur bedingt möglich sind.

Die Tatsche, dass sich das Display regelm. ausschaltet stört mich im Grundlagentraining nicht. Bei lockerem Training ist es kein Problem das Display durch Heben des Armes oder Antippen zu aktiveren. Ebenso funktioniert der Touchscreen als Eingabemethode im Grundlagentraining gut.
Im Wettkampf und bei knackigem Intervalltraining sieht das aber schon anders aus. Da ist man für die Art der Bedienung zu gestresst und braucht m.M.n. haptische Tasten.
Beim Schwimmen wird der Touchscreen sowieso deaktivert und man ist ganz auf die automatische Erkennung der Sets angewiesen. Das klappt auch erstaunlich gut. Zumindest solange man Kraul, Delfin, Rücken oder Brust schwimmt. Bei Technikübungen oder Bein-Sessions stößt die KI natürlich an Ihre Grenzen.

Software

Grundsätzlich hat man die Wahl zwischen der nativen Apple Traingsapp und Apps von Drittanbietern. Ich will mich an dieser Stelle aber auf die native App beschränken.
Die ist zwar sehr basic und es können z.B. auch keine Datenfelder angepasst werden. Für das normale Grundlagentraining sind aber alles Infos schön aufbereitet und immer gut zu erkennen. Geht es aber darüber hinaus sind eigentlich keine Möglichkeiten mehr vorhanden. Schon Intervalle lassen sich damit nur schwer timen und weitere Funktionen, wie z.B. vordefinierte Trainings usw., wie man sie von Garminuhren gewohnt ist sucht man vergeblich.

erstes Fazit

Insgesamt bin ich positiv überrascht. …….
Der Herzfrequenzsensor ist mit Abstand der beste optische Sensor den ich bisher getestet habe. Selbst beim Schwimmen sind die Werte absolut plausibel.
Für den Wettkampf werde ich die Uhr aber sicher nicht einsetzen. Hier fehlen mir die haptischen Knöpfe. In der Hektik des Wettkampfs funktioniert der Touchscreen für mich nicht. Gleiches gilt für gezielte Intervalltrainings.

Auf dem Rad habe ich auch bisher nicht die Uhr genutzt sondern immer den Garmin Edge bzw. das Indoortraining sowieso über Zwift gesteuert.
Das werde ich auch weiter tun.
Die feste Position, das größere und vor allem always-on Display sind beim Radfahren einfach sinnvoller.

Im sonstigen Training ist aber inzwischen fast immer die Apple Watch meine erste Wahl.

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