Der Crosser – das bessere Zweitrad für Triathleten

Ende der Saison 2017 habe ich mir die Frage gestellt, ob der Crosser das bessere Zweitrad für den Triathleten ist und bin dieser Frage im Selbstversuch nachgegangen. Vor gut 8 Monaten habe ich mein Rennrad verkauft und gegen ein reinrassigen Cyclocrosser eingetauscht, das Canyon Inflite CF SLX. Wobei das nicht als Test des Inflites zu lesen sein soll, sondern das Canyon in dem Fall nur als Beispiel für einen hochwertigen Crosser betrachtet werden soll.

Um es vorweg zu nehmen, es war genau die richtige Entscheidung. Das Rennrad habe ich an keinem Tag vermisst und im Gegenteil die vielen Vorzüge des Crossers zu schätzen gelernt.

Neue Impulse durch neue Wege

Gleich in mehrerlei Hinsicht hat mich der Crosser auf neue Wege gebracht und allein durch das Neue schon viel Abwechslung und Spaß gebracht.

Kurz und knackig durch den Wald

Gerade in der kälteren und dunkleren Jahreszeit macht es nicht immer Spaß Stunden auf dem Rad zu verbringen. Trotzdem ist Triathlon ein „draußen Sport“ und ich möchte den Winter nicht ausschließlich auf der Rolle hocken. Sinn macht es ja allemal im Winter seine Radform nicht ganz an den Nagel zu hängen. Crossen bietet da eine schöne Alternative. Man kann sich in kurzer Zeit bei intensiven Ausfahrten gut auspowern und arbeitet zudem an der Fahrtechnik die den Sommer über in der Zeitfahrposition einrostet.

Im Wald ist es außerdem bei schlechtem Wetter nicht so trostlos wie auf grauen Asphaltstraßen.

Crossrennen sind der Knaller

Nachdem ich im Herbst bei meinem ersten Crossrennen gestartet bin war ich total begeistert – actionreich und anspruchsvoll, Spaß pur. Im direkten Vergleich zu den meisten anderen Radrennformaten  aber relativ ungefährlich denn die Geschwindigkeiten mit denen man unterwegs ist sind relativ gering und fällt man, dann meist weich.

 

Straßensetup im Sommer

Das ein Crosser beim Crossen gut funktioniert verwundert nicht wirklich. Die Frage war, ob das Bike auch auf den langen Ausfahrten im Sommer gut funktioniert. Hier war ich mir vor allem in Bezug auf den 1-fach Antrieb im Vorfeld nicht ganz sicher. Nach über 2500km mit dem Rad auf der Straße kann sagen, dass die im Standard verbaute Übersetzung (11-32 zu  40) gut funktioniert. Im unteren Bereich bietet sie mehr als die meisten Rennradübersetzungen, so dass man eigentlich jeden Berg gut hoch kommt und die dicken Gänge kann ich bis ca. 45kmh noch komfortabel mittreten. Bei allem was schneller ist, stößt die Übersetzung aber an ihre Grenzen.
Die Gänge sind natürlich nicht so fein abgestuft wie bei einer 2-fach Schaltung. Im Gelände merkt man das gar nicht und auf der Straße habe ich es persönlich auch nicht störend empfunden.

Ist man primär alleine unterwegs oder auf lockeren Ausfahrten in der Gruppe kommt man immer gut klar. Für Rennen oder gezielte Intervale auf der Straße ist das dann aber nicht mehr geeignet. Für mich ist das aber nicht relevant. Straßenrennen fahre ich nicht und meine Intervallprogramme finden entweder auf der Rolle statt oder werden spezifisch auf der Zeitfahrmaschine absolviert.

Dafür hat man beim Crosser aber die Option breite Rennradreifen zu montieren. Ich habe mich bei meinem Straßensetup für 28mm Schwalbe Pro-x one entschieden und fahre diese Tubeless. In Bezug auf Komfort, Rollwiderstand und Pannensicherheit ein Traum.

Übrigens hat die breitere Bereifung, sowohl die Cross- als auch Rennradreifen, bei mir dazu geführt, dass ich öfter mal in einen Weg abgebogen bin bei dem ich mir nicht sicher war, ob er später noch fahrbar ist. So habe ich dieses Jahr schon viele tolle neue Strecken gefunden.

Fazit

Legt man einmal die Tatsache beiseite, dass die optimale Anzahl Fahrräder die man besitzen kann der Formel, „Anzahl der Räder die man besitzt +1“ entspricht bin ich inzwischen der festen Überzeugung, dass das Crossrad für Triathleten die primär Zeitfahrrad fahren das bessere Zweitrad ist.
Die Möglichkeiten die das Rad bietet sind um ein Vielfaches größer und mit einem Reifenwechsel im Frühjahr hat man ein für die meisten Anforderungen bestens gerüstetes Rennrad. Bei entsprechendem Budget ist ein zweiter Laufradsatz natürlich noch komfortabler.

Entgegen der Meinung der meisten traditionsbewussten Fahrer überzeugte mich der Selbsttest auch in Sachen Scheibenbremsen und Tubeless. Beides macht  auch auf der Straße absolut Sinn.

Der Crosser bleibt mir in jedem Fall erhalten und ich kann jedem nur Empehlen sich mit dem Thema ebenfalls einmal auseinander zu setzen.

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