Ironman 70.3 St. Pölten – Ein familienkompatibles Rennen

Ursprünglich sah meine Saisonplanung vor, dass ich beim Ironman Kraichgau an den Start gehe. Da Kraichgau aber zu den beliebtesten Rennen zählt war ich mit meiner Anmeldung zu spät dran und alle Startplätze waren bereits weg. Es musste also eine Alternative her. Die hatte sich mit dem Rennen in St. Pölten schnell gefunden. Durch die in 2018 in NRW einmaligen Pfingsferien bot es sich an aus der relativ weiten Reise einen schönen Familienurlaub zu machen – Rückblickend genau die richtige Entscheidung.

Wir machten uns also eine gute Woche vor dem Rennen mit unserem Bulli auf den Weg Richtung Wien und sind nach ein paar Zwischenstops Freitags in St. Pölten angekommen.

Die Location

Die IronMile mitsamt der Messe sind im Sportzentrum Niederösterreich angesiedelt, der größten Multisportanlage in Österreich. Auf dem Gelände gibt es Sportstätten für ca. 50 verschiedene Sportarten. Als sportbegeisterter Mensch fühlt man sich auf dem Gelände sofort wohl.

Netter Nebeneffekt ist, dass es auch während des Ironman viele Sportmöglichkeiten für den mitgereisten Anhang gibt. Von Skatepark über Parcours Gelände bis zu Beachvolleyball oder Badestrand ist alles innerhalb von 5 Minuten zu Fuß zu erreichen.

Optimal und für Familien wirklich emfpehlenswert ist der ebenfalls direkt an das Gelände angrenzende Campingplatz.

So kann man auch kurz vor dem Start noch auf ein vernünftiges Klo gehen und muss sich nicht in ein ekliges Dixi zwängen.

Kurzum, wenn ich mir eine Wettkampflocation für Athleten mit Familie mit Kindern bauen könnte, würde die wahrscheinlich ähnlich der des Ironman St. Pölten sein.

Die Messe ist vergleichbar mit der auf anderen Großveranstaltungen. Alles da, gut was los…

Schwimmen

Das Schwimmen hat in St. Pölten die Besonderheit, dass es in zwei verschiedenen Seen stattfindet. Auf die ersten 1000 Meter im Viehofner See folgt ein ca. 200m langer Landgang zum Ratzersdorfer See in dem die letzten 900 Meter absolviert werden.

Das was in beiden Seen ist sehr angenehm zu schwimmen. Sauber, klar und an dem Wochenende bereits relativ warm.

In diesem Jahr Habenichts erstmalig den Rolling Wave Start mitgemacht. Dabei werden die Schwimmer vorab entsprechend der bei der Anmeldung angegebenen Schwimmzeit Gruppe eingeteilt, die in Wellen ins Wasser gelassen werden. Innerhalb der Wellen erfolgt der Start wie beim normalen Rolling Start, d.h. alle paar Sekunden eine Handvoll Athleten.

Die Gruppenbildung und die gestreckten Startzeiten haben den Vorteil, dass sich das Feld stärker entzerrt und dass für die später startenden Athleten keine langen Wartezeiten entstehen.

Alles in allem sehr entspannt. Bis auf einen Schlag ins Gesicht habe ich wieder keine Prügel kassiert und wie immer geht das Schwimmen schneller vorbei als man denkt.

Für mich war nach 30 Minuten der Weg in die Wechselzone angesagt. Der ist in St. Pölten übrigens relativ lang 😉

kurzer Landgang und dann ab zur zweiten Runde

Radfahren

Die Radstrecke in St. Pölten ist ein Traum, sehr abwechslungsreich und auch landschaftlich extrem schön.

Neben 3 knackigen Anstiegen, von denen einer ca. 9km lang ist und durchgängig zwischen 8% und 12%, bis hin zu einer komplett gesperrten Autobahn ist alles dabei. Das macht die Strecke kurzweilig und trotzdem anspruchsvoll.

Kurz nach dem Wechsel aufs Rad fährt man bereits auf die Autobahn auf die zudem noch leicht abschüssig verläuft. Hier kann man es richtig gut laufen lassen.
Etwas nervig war die Tatsache, dass das Feld so kurz nach dem Start noch recht unsortiert ist und es gerade zu Beginn viele Überholvorgänge gibt.
Ich habe es dabei als sehr anstrengend empfunden fair zu fahren und den vorgeschriebenen 10m Abstand einzuhalten.
Wird man überholt, ist es in der Verantwortung des überholten Athleten sich zurückfallen zu lassen und den Abstand zum Vordermann wieder herzustellen. Das führt in der Praxis aber immer dazu, dass der Fahrer hinter einem der Meinung ist, jetzt selbst Gas geben zu müssen.
Gerade am Anfang hat man dann nur die Wahl sich entweder permanent durchreichen zu lassen und nicht in Tritt zu kommen oder selbst die Flucht nach vorne zu ergreifen und dadurch am Anfang bereits wertvolle Körner zu verbrauchen, die man an den kommenden Anstiegen und auf dem Halbmarathon noch brauchen wird.
Ich habe mir noch keine abschließende Meinung darüber gebildet, ob die teilweise sehr offene Lutschrei einiger Mitstreiter auf der Autobahn sich aufgrund der Teilnehmerzahl und des anfänglichen Streckenverlaufs einfach nicht vermeiden lässt oder ob einfach eine unsportliche Grundeinstellung dahinter steckt. Wie so oft liegt die Wahrheit wahrscheinlich irgendwo in der Mitte. Von Veranstalter Seite waren auf jeden Fall reichlich Wettkampfrichter unterwegs die auch mehrfach Fahrer um mich herum angesprochen und verwarnt haben.

Es soll allerdings nicht der Eindruck entstehen, dass das Rennen an sich unfair war. Spätestens nach dem ersten Anstieg hatte sich das Feld soweit sortiert, dass mir im weiteren Verlauf nicht mehr groß etwas aufgefallen ist.

Man tut in St. Pölten auf jeden Fall gut daran sich einige Körner für die letzten beiden Anstiege aufzusparen. Dort kann man dann aber gut drücken, da die letzten Kilometer durchgängig bergab führen, so dass sich die Beine für den anstehenden Lauf etwas erholen können.

Laufen

raus aus der Wechzelzone ab auf die Laufstrecke

Die Laufstrecke führt aus dem Eventbereich heraus, an einem Fluss entlang, durch das Regierungsviertel bis in die Innenstadt von St. Pölten. Anschließend geht es wieder am Fluss entlang Richtung Eventgelände.

Wirklich viel los ist an der Strecke nur im Bereich des Eventgeländes. In der Innenstadt gab es auch ein paar Stimmungsnester, der restliche Teil der  Strecke ist aber vergleichsweise ruhig. Laufen lässt sie sich trotzdem gut und ist durch die vielen unterschiedlichen Teilbereiche ebenfalls recht kurzweilig.

Die Runde muss insgesamt zwei Mal absolviert werden. Ich persönlich mag Rundkurse, weil man sich die Strecke gedanklich besser einteilen kann.

In diesem Jahr war der Lauf natürlich durch die hohen Temperaturn von ca. 28°C im Schatten und einer sehr hohen Luftfeuchtigkeit geprägt.

Mir macht die Hitze allerdings nicht so viel aus und ich laufe sogar recht gerne bei diesen Bedingungen. Außerdem gab es alle 2-2,5km eine Verpflegungsstelle bei der es ausreichend Wasser und Schwämme zu Kühlung gab. Einige Anwohner waren auch so nett und sprühten die Athleten mit ihren Gartenschläuchen nass um uns etwas Kühlung zu verschaffen.

fast geschafft – die letzten Meter zur Finishline

Fazit

Alles in Allem hat mir das Rennen sehr gut gefallen. Am Ende standen für mich 4:47 auf der Uhr womit ich zwar nicht 100% zufrieden, aber auch nicht unzufrieden bin. Beim Radfahren wäre vermutlich noch mehr drin gewesen. Hier hier bin ich immer noch auf der Suche nach der optimalen Durchschnittsleistung die ich mir auf die 90km zutraue.

In einer wieder mal sehr stark besetzten AK35 reichte es trotzdem für Platz 24.

St. Pölten hat meiner Familie und mir in jedem Fall viel Spaß gemacht.
Ich hoffe ich konnte euch mit dem Bereicht einen Einblick in das Rennen geben und habe dem ein oder anderen vielleicht Lust gemacht hier ebenfalls zu starten.

Finishline mit Ironmile

>> Eventwebseite

Wer lieber zuhört als ließt kann sich meinen Rennbericht auch bei den Jungs des Wechselzone Podcast anhören.

0 Kommentare zu “Ironman 70.3 St. Pölten – Ein familienkompatibles Rennen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*