Speedmax CF – Eindruck nach einer Saison

Es ist der 30. September 2017 und es regnet schon den ganzen Tag nonstop.
Mein Speedmax steht von der gestrigen Ausfahrt noch an den Esstisch gelehnt und es wird klar, dass sich die TT Saison für mich dem Ende neigt. Es stehen keine Wettkämpfe mehr an und das nasse Herbstwetter mag mein Schlachtross so gar nicht. Es ist also ein guter Zeitpunkt einmal auf die erste Saison mit dem neuen Speedmax zurückzublicken.

Um es vorweg zu nehmen, ich bin immer noch begeistert von dem Rad. Dabei hatte es Canyon fast geschafft mich noch vor der ersten Fahrt zu vergraulen. Nach meiner Bestellung im Oktober sollte das Rad eigentlich im Dezember bei mir ankommen. Leider sollten noch 4 weitere Monate vergehen, bis das Rad dann endlich bei mir war. Fast jede Woche erhielt ich eine neue Mail von Canyon mit der Info über Lieferterminverschiebungen.
Die Anrufe bei der Hotline brachten statt neuer Informationen eher viel Frustration. Die Aussagen reichten von „das Rad steht hier und geht diese Woche raus“ bis „es sieht nicht so aus als wäre das Speedmax in absehbarer Zeit nochmal lieferbar ich empfehle dir dich mal bei anderen Herstellern um zu sehen“.  Die Hotlinemitarbeiter waren zwar immer freundlich, teilweise wurde ich aber schlichtweg angelogen und das geht gar nicht. Als sich dann am Ende herausstellte, dass das Rad wohl schon viele Wochen fertig bei Canyon stand es nur ein Problem bei der Abwicklung zwischen Canyon und Paypal gegeben hat wusste ich nicht, ob ich lachen oder weinen sollte.

Schlussendlich klingelte dann im April nach 1/2 Jahr Lieferzeit aber der Paketbote und aller Graul war schnell vergessen.

Das Bike wird fast fahrfertig im Canyon „Bikeguard“ Karton angeliefert und ist in einer halben Stunde fertig montiert.

Ups, das von mir gewählte Meteor Grey entspricht so gar nicht dem auf der Webseite dargestellten Farbton. Dort wirkt das Rad fast schwarz, real ist es aber eher ein helles Grau. Mir gefällt es trotzdem.

Für den Kunden wäre es aber sicher eine gute Sache, wenn auf der Canyonwebseite zusätzlich ein paar Fotos von den Rädern im „realen“ Einsatz bei Tageslicht abgebildet wären. Da hätte man die Farbe sicher besser einschätzen können. Mein Besuch in Koblenz war diesbezüglich leider auch nicht hilfreich, da keines der Speedmaxmodelle in dieser Farbe dort war.

Den im Standard verbauten Fizik Arione Sattel habe ich direkt gegen den Fizik Misitca getauscht. Für die 2018er Modelle hat Canyon diesen Tausch selbst vorgenommen und liefert jetzt im Standard den Mistica aus.
Die Mavic Exhalit CXR Laufräder mussten meinen SwissSide Hadron weichen. Davon abgesehen, fahre ich das Rad aber so wie es von Canyon verkauft wird. Auch hier hat Canyon inzwischen die geschäumten CXR Laufräder ersetzt und liefert das Rad nun mit den Mavic Comte Pro Carbon aus.

Was ist nun nach der ersten Saison positiv aufgefallen?

  1. Die Optik
    Ja Optik ist mir beim Rad wichtig. Das ist mein Hobby und es macht mir Spaß auf einem Rad zu fahren welches mir gefällt.
    Der kantig-cleane eher technische Look vom Speedmax CF gefällt mir immer noch sehr gut
  2. Die Fahreigenschaften & Einstellbarkeit
    Es ist sehr laufruhig und man merkt wirklich, dass jedes bisschen der eingesetzten Energie in Vortrieb umgesetzt wird.
    Das bietet eine Menge an Möglichkeiten die Sitzposition auf seine individuellen Vorlieben einzustellen.
    Dadurch sind auch lange Trainingseinheiten keineswegs unkomfortabel und können bequem in Aeroposition gefahren werden. Für mich außerdem sehr wichtig, ich fühle mich auf dem Rad zu jeder Zeit sicher.
  3. Integration & Zubehör
    Der Vorbau mit der passenden Storagebox ist optisch sehr clean und die Box an sich bietet viel Platz.
    Von den Brems- & Schlautzüge ist nicht viel zu sehen, was ebenfalls zur Clanen Optik beiträgt.
    Der Flaschenhalter für die Sattelstütze bzw. die Montagevorrichtung für den eigentlichen Halter ist super. Dadurch, dass die Halterung mit den Schrauben nach unten hin befestigt wird halten auch große Flaschen unabhängig vom verwendeten Halter bombenfest. Nicht einmal ist mir eine Flasche verloren gegangen. Das sieht bei anderen Halterung die direkt am Sattel festigt werden oft ganz anders aus.
  4. Direct Mount Bremsen
    Die Shimano Direct Mount Bremsen sind zwar keine Besonderheit die nur am Speedmax zu finden ist, aber trotzdem ein Highlight. Die Bremsen sind viel leichter einzustellen, als klassische Felgenbremsen und verstellen sich auch nicht mehr, was bei der Verbindung zum Rahmen über nur eine Schraube durchaus vorkommt.
  5. Ergon Lenkerband
    Was eben kein Lenkerband ist, sondern eher eine Art Zwischending aus Neopren und Moosgummi.

Was gefällt mir weniger? Wo ist Luft nach oben?

  1. Profile Design Bremsgriffe
    Die Bremsgriffe wirken einfach billig, wackelig und instabil.
    Speziell wenn man vorher Rennrad gefahren ist, hat man das Gefühl die Dinger brechen jeden Moment ab.  Man gewöhnt sich mit der Zeit daran, aber warm werde ich mit den Dingern wohl nie.
    Zwar fehlt mir der Vergleich zu anderen TT Bremsgriffen, aber das muss einfach besser gehen.
  2. Wohin mit Ersatzschlauch und Pannenset?
    Bei mir kommt das in die Storagebox, weil ich meine Verpflegung normalerweise in der Aeroflasche am Rahmen habe und als Getränk nur eine Flasche hinterm Sattel mit nehme. Eigentlich ist die Box aber für Gels & Co gedacht. Hier gäbe es sicher Möglichkeiten eine schöne integrierte Lösung zu schaffen.
    Dass die in den Rahmen fest integrierte Lösung dem SLX Modell vorbehalten soll kann ich nachvollziehen. Eine als Zubehör erhältliche Lösung für das Rahemndreieck für es z.B .Specialized beim Shiv anbietet oder sich aktuell einige Leute selbst per 3D Drucker realisieren wäre eine feine Sache.

Insgesamt bin ich super zufrieden mit einem Speedmax. Gerade im unteren Preissegment der am Markt verfügbaren TT Räder erhält man beim Speedmax CF wirklich viel für sein Geld.

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