Schwimmen ist wichtig

Schwimmen rangiert bei den meisten Triathleten irgendwo zwischen ungeliebter Pflichtaufgabe und angsteinflößendem Start in den Wettkampf. Oft steht der Trainingsumfang im Schwimmen auch in keinem messbaren Verhältnis zum Radfahren und Laufen. Dabei bringt regelmäßige Schwimmtraining viele Vorteile die sich positiv auf den gesamten Wettkampf auswirken.

Daher habe ich ein paar Gedanken zusammengefasst, die den ein oder anderen vielleicht motivieren können regelmäßiger ins kühle Nass zu steigen.

  1. Kopfsache
  2. Taktik
  3. Ganzkörpertraining für Stabimuffel
  4. Wetterunabhängig
  5. continuity is the Key
  6. Trainingspläne bringen Abwechslung
  7. Der Appetit kommt beim Essen

Kopfsache

Wer gut schwimmt fühlt sich sicher. Klingt banal – ist es auch.
Beim Triathlon ist man in der Regel mit 100 oder sogar mehreren tausend Mitstreitern gleichzeitig ist im Wasser und muss auch schonmal einstecken. Das kann in einem Element in dem man leicht untergehen kann oder leicht zu Angst oder Panik führen.
Je vertrauter man mit dem Wasser ist und je wohler man sich fühlt, desto weniger neigt man zu diesen Angstzuständen. Diese Vertrautheit entsteht nur durch regelmäßigen Wasserkontakt, dazu später mehr.

Ist man ein guter Schwimmer hat man den meisten Konkurrenten etwas voraus und kann im Wasser aktiv auf Situationen reagieren. Gerät man z.B. in eine Gruppe in der es ungemütlich wird kann man sich dort eher wieder rausschwimmen. Auch dieses Wissen lässt einen dem nächsten Massenstart entspannter entgegen sehen.
Als guter Schwimmer startet man außerdem weiter vorne im Feld und ist meist vom großen Geprügelt gar nicht so stark betroffen.

Taktik

Egal auf welcher Distanz. Kommt man vorne aus dem Wasser kann man agieren und muss nicht reagieren. Kommt man hinten aus dem Feld muss man seine evtl. vorhandene Stärke auf dem Rad direkt einsetzen um ein „Loch“ zu schließen. Natürlich sind Rückstände im Minutenbereich auf den längeren Strecken kein Beinbruch, trotzdem ist man sofort in Zugzwang und muss arbeiten während andere vielleicht gerade Körner sparen. Und nur weil andere besser schwimmen, müssen Sie noch lange keine schwachen Radfahrer oder Läufer sein.
Die gerade gelaufene 70.3 WM in Chattanooga ist da wohl ein gutes Beispiel.

Bei Rennen mit Windschattenfreigabe ist der Drops meist schon gelutscht. Verpasst man hier die Spitzengruppe hat man meist keine Chance mehr.

Ganzkörpertraining für Stabimuffel

Ich bin zugegebener Maßen ein richtiger Stabi-Muffel. Obwohl ich Stabitraining nur sehr unregelmäßig mache, hatte ich noch nie Probleme mit meiner Rumpfmuskulatur. Weder bei Stundenlangen Fahrten in der Aero-Position noch beim Marathon innerhalb des Ironman.

Das schiebe ich zu einem Großteil auf mein sehr regelmäßiges Schwimmtraining. Schwimmen ist einfach ein gutes Ganz-Körper-Workout.

Natürlich steht das Stabitraining trotzdem weiterhin auf meiner „müsstest-du-mal-mehr-machen-Liste“

Wetterunabhängig

Die Schwimmhalle bietet immer konstante Bedingungen. Hier gibt es keine Ausreden aufgrund schlechten Wetters.

Continuity is Key

Wer ehrlich zu sich selbst ist weiß es eigentlich schon. Um in einem Sport besser zu werden muss man ihn regelmäßig betreiben. Bei 1-2 Einheiten pro Woche darf man keine Leistungsexplosionen erwarten. Es sollten schon 3-4 Einheiten sein um Fortschritte zu machen. Alles andere ist Erhaltungsladung. Dabei geht es weniger um den Wochenumfang insgesamt als den regelmäßigen Wasserkontakt. Soll heißen 3-4 kurze Sessions á 2km bringen einem mehr als ein bis zwei Mal die Woche ein 4km Programm runter zu spulen.
Und wie beim Laufen und Radfahren auch kommt natürlich auch nur der ans Ziel, der sein Schwimmtraining kontinuierlich durchzieht. Natürlich kann man z.B. im Winter wenn die Radumfänge gering sind Schwerpunkte im Schwimmen setzen. Wer dafür dann aber im Mai sein Schwimmtraining komplett zurückfährt muss sich im Juli nicht wundern wo seine Schwimmform ist.

Trainingspläne bringen Abwechslung

Im Herbst 2016 habe ich mich der SWIMAZING Community angeschlossen und muss rückblickend sagen, dass das mein Training wirklich voran gebracht hat. Dabei sind es nicht nur die sicherlich guten Trainingspläne von Jan Wolfgarten, deren Inhalte sich positiv auswirken. Das Training ist vor allem kurzweilig geworden und macht mehr Spaß.
Es gibt viel Abwechslung, regelmäßige Erfolgskontrolle und Austausch mit anderen.  Außerdem wird einem das Denken in Bezug auf den Trainingsinhalt und einen guten Saisonaufbau abgenommen. Das gilt natürlich für Trainer in allen Bereichen, aber bei Radfahren und Laufen fällt es mir leichter die Inhalte selbst sinnvoll zu steuern.

Der Appetit kommt beim Essen

Klingt komisch….ist aber so. Das ging mir so und ist die Erfahrung aus vielen Gesprächen mit Leuten die anfangs nie Lust auf Schwimmen hatten.
Geht man einmal regelmäßig fängt es an Spaß zu machen und man empfindet das Schwimmtraining nicht mehr nur als notwendiges Übel.

Also ab mit euch ins Becken……

0 Kommentare zu “Schwimmen ist wichtig

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*